Nierenerkrankung – CKD

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Auf einen Blick

Auch der Säure-Basen-Haushalt des Körpers wird über die Nieren geregelt, um eine Übersäuerung des Blutes zu verhindern. Durch die Hormonproduktion kommt den Nieren auch bei der Regelung des Blutdrucks eine wichtige Funktion zu.

Unsere Nieren bilden Urin und leiten ihn durch die Harnwege ab. Überschüssiges Wasser und Giftstoffe aus Stoffwechselvorgängen werden mit dem Urin wie durch einen Filter aus dem Körper entfernt.

Weitere Informationen

Das Tückische bei Erkrankungen der Nieren und des Urogenitaltraktes ist, dass sie lange Zeit ohne typische Beschwerden verlaufen können. Eine chronische Nierenerkrankung (CKD) ist in der Regel ein langer und schleichender Prozess, bei dem die Nieren sukzessive ihre Funktionsfähigkeit verlieren. Die Insuffizienz ist quasi das Endstadium verschiedener primärer und sekundärer Nierenerkrankungen und nur noch durch eine Nierenersatztherapie wie Dialyse und Nierentransplantation zu behandeln.

 

Symptome

  • Krankhafte Vermehrung der Harnmenge – Polyurie
  • Mengenmäßig stark verminderte Harnausscheidung – Oligurie
  • Erschwerte, gestörte Blasenentleerung – Dysurie
  • Schmerzhaftes Wasserlassen, Harnzwang – Strangurie
  • Häufiger Harndrang – Pollakisurie
  • Schwellungen (Ödeme), zum Beispiel an den Beinen oder im Gesicht
  • Schmerzen in der Nierengegend
  • Hämaturie
  • Kurzatmigkeit
  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Schwäche
  • Appetitverlust, Übelkeit/Erbrechen
  • Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit

 

Es gibt Krankheitsbilder und Risikofaktoren, die sehr stark mit Nierenerkrankungen korrelieren.

Die Verteilung von Nierenerkrankungen sieht etwa wie folgt aus:

  • Diabetes Typ I (23%) und Typ II (4%)
  • Glomerulonephritis (20%)
  • Vaskuläre Nephropathie (15%)
  • Interstitielle Nephritis (13%)
  • Unbekannte Genese (10%)
  • Zystennieren (7%)
  • Systemerkrankungen (3%)
  • Verschiedene (5%)

 

Risikofaktoren:

 

Urin-Diagnostik

Die meisten Nierenerkrankungen gehen mit einer Proteinurie einher. Jedoch kommt diese in seltenen Fällen auch bei Nierengesunden und bei extrarenalen Erkrankungen vor. Die Proteinurie ist weder Beweis für eine Nierenkrankheit noch schließt ihr Fehlen eine solche aus. Der Nachweis von Eiweiß macht deshalb weitere Untersuchungen erforderlich. Für Früherkennung und Lokalisation beginnender Nierenschäden hat sich die Messung von Albumin im Urin und die Differenzierung der Urinproteine als diagnostisch besonders relevant erwiesen.

 

Therapie

  • Kontrolle des erhöhten Blutdrucks und Blutzuckerspiegel
  • Gesunde Ernährung/eiweißarme Ernährung/salzarme Ernährung
  • Abnehmen
  • Kein Rauchen
  • Vermeidung bestimmter Schmerzmedikamente

 

Wussten Sie schon

  • Die Nieren entfernen 24 Stunden am Tag überschüssiges Wasser und Abfallstoffe aus dem Körper
  • Gesunde Nieren reinigen das Blut etwa 300 Mal am Tag

Quellen

  • Guder, W.  et al (2009): Nierendiagnostik Grundlagen der Labormedizin, Roche Diagnostics Deutschland GmbH; 1-60
  • NDR (2016): Nierenerkrankungen – übersehen und unterschätzt, URL: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Nierenerkrankungen-mit-Test-fruehzeitig-erkennen,nierenschwaeche102.html, Abgerufen am 18.6.2019
  • Fresenius Medical Care: Nierenerkrankung, URL: https://www.freseniusmedicalcare.com/de/patienten-familien/nierenerkrankung/, Abgerufen am 18.6.2019
  • Bundesverband Niere e. V.: Chronische Nierenerkrankungen, URL: https://www.bundesverband-niere.de/informationen/chronische-nierenerkrankungen, Abgerufen am 18.6.2019
  • Bundesverband Niere e. V.: Nierenersatztherapie in Deutschland, https://www.bundesverband-niere.de/wp/wp-content/uploads/2019/02/QuaSi-Niere-Bericht_2005-2006.pdf, Abgerufen am 18.6.2019
  • National Kidney Foundation. (2002): K/DOQI clinical practice guidelines for chronic kidney disease: evaluation, classification, and stratification. Am J Kidney Dis., 1–266
  • Duncan, K. A. et al (1985): Urinary lipid bodies in polycystic kidney diseases. Am J Kidney Dis, 49
Stand der Informationen: Herbst 2019