Urinmenge

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Auf einen Blick

Die tägliche Urinproduktion ist abhängig von der Flüssigkeitszufuhr und von der körperlichen Tätigkeit eines Menschen. Sie schwankt zwischen durchschnittlich 1L bis 1,5 Liter pro 24 Stunden.

Wird kein Urin oder weniger als 100 ml pro 24 Stunden ausgeschieden, so bezeichnet man dies als Anurie.

Wird weniger als 500 ml Urin am Tag ausgeschieden, spricht man von Oligurie.

Sehr große Harnmengen, also mehr als 3,5 bis 4 Liter Urin am Tag bezeichnet man medizinisch als Polyurie.

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Bei einer verminderten Urinausscheidung ist die erste mögliche Ursache ein vorliegender Flüssigkeitsmangel. Das bedeutet, dass im Verhältnis zur Trinkmenge zu viel Flüssigkeit verbraucht wird. Das kann z.B. bei Sportlern oder Menschen, die schwere körperliche Arbeit verrichten (z.B. Bauarbeiter, Hüttenarbeiter) passieren. Vorallem bei sehr hohen Temperaturen überschreitet ihr Flüssigkeitsverlust in Form von Schweiß ihre Flüssigkeitszufuhr. Aber Durchfall oder Erbrechen können durch den damit einhergehenden Flüssigkeitsverlust zu diesem Zusatnd führen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Betroffene einfach zu wenig trinkten. Gerade ältere Menschen verlieren häufig das Gefühl für Durst und trinken zu wenig, sodass sich unbewusst ein Flüssigkeitsmangel in ihrem Körper manifestiert.

Sind diese systemischen Gründe für eine verminderte Urinmenge auszuschließen, kann die Ursache auf Ebene der Nieren oder der ableitenden Harnwege liegen. Möglich ist eine Niereninsuffizienz, also ein Funktionsverlust der gesunden Niere. Diese führt dazu, dass sich die Produktion von Urin verringert. Eine weitere Ursache für eine zu geringe Urinmenge kann ein Harnstau sein. In diesem Fall wird zwar genug Urin produziert, jedoch ist der Abfluss gestört. Ursächlich für einen Harnstau können Nierensteine, eine vergrößerte Prostata oder eine Harnröhrenverengung sein.

Eine weitere mögliche Ursache für die Produktion von geringen Urinmengen über den Tag hinweg, kann eine Störung des Herz-Kreislauf-Systems sein. Bei einer Herzinsuffiziens ist das Herz zu schwach, um genug Wasser über den Blutkreislagert bis zu den Nieren zu pumpen. Dadurch lagert der Körper vermehrt Wasser im Gewebe ein, anstatt es auszuscheiden. Ein Großteil des Wassers sammelt dich aufgrund der Schwerkraft in den Beinen. Daher ist ein nächtlicher Harndrang charaktristisch für diese Patienten, da durch die Schlafposition der Abtransport des Wassers aus den Beinen gefördert wird.

Werden mehr als drei Liter Urin am Tag ausgeschieden, spricht man von Polyurie. Wurde sehr viel getrunken, vor allem harntreibende Getränke wie Kaffee, schwarzer Tee oder Alkohol, ist diese erhöhte Urinmenge normal. Ist dies nicht der Fall, sollten andere Ursachen abgeklärt werden.

Die häufigsten Ursachen für eine erhöhte Harnproduktion sind:

  • Diabetes mellitus (Typ I und II): Dabei scheidet der Körper große Mengen Urin aus, in dem typischerweise viel Glucose zu finden ist. Sind zu große Zuckermengen im Blut, wird über die Nieren mit dem Urin Glucose ausgeschieden. Patienten mit einem nicht erkannten oder schlecht eingestelltem Diabetes mellitus verspüren durch den großen Wasserverlust einen entsprechend starken Durst und trinken viel (Polydipsie)
  • Diabetes insipidus: Bei dieser Erkrankung ist ein Teil des Regelkreises, der den Wasserhaushalt steuert, gestört. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Ausscheidung von Wasser über die Nieren
  • Ein gestörter Elektrolythaushalt ist eine weitere mögliche Ursache. Der Körper versucht, dies über eine vermehrte Ausscheidung von Wasser auszugleichen. Bei sehr salzhaltiger Ernährung, zu viel Calcium oder zu wenig Kalium im Blut tritt Polyurie auf
  • Chronische Niereninsuffizienz: wenn die Nieren nicht mehr in der Lage sind, den Urin zu konzentrieren und dadurch viel mehr Wasser ausgeschieden wird, als bei gesunden Nieren
  • Nach akutem Nierenversagen, wenn die Nieren wieder funktionieren und als Ausgleich sehr viel Urin produzieren
  • Tumore im Bereich des hinteren Hypothalamus, einem Teil des Gehirns, von dem der Wasserhaushalt des Körpers geregelt wird
  • Medikamente, die ausschwemmend wirken (Diuretika)
  • Bartter-Syndrom, ein erblicher Defekt eines Abschnitts der Nieren

Quellen

  • Jakes, A. & Bhandari, S.(2013): Investigating polyuria. BMJ, f6772
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Diabetes insipidus neurohormonalis. AWMF-Nr. 027-031, Abgerufen am 18.06.2019
  • Truniger, B. & Briner, V. (2001): Störungen des Wasserhaushalts. Schweiz Med Forum, 779-783
  • Smole, D. et al. (2008): Hypernatriämie bei Diabetes insipidus renalis, Schweiz Med Forum, 104-106
  • Oehri, I. et al. (2010): Polyurie, Polydipsie und Kopfschmerzen, Schweiz Med Forum, 513–515
  • Thiel, R. et al. (2001): Postobstruktive Polyurie bei unilateraler Harnstauung, Urologe,133-136
  • Chirurgie Portal: Polyurie, URL: https://www.chirurgie-portal.de/symptome/polyurie.html, Abgerufen am 18.06.2019
Stand der Informationen: 2022