Keton

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Auf einen Blick

Ketone (auch Ketonkörper genannt) sind Stoffe, die gebildet werden, wenn der Körper Fettreserven zur Energiegewinnung nutzt. Sie entstehen beim Abbau von Fettsäuren in der Leber.

Die meisten Zellen im menschlichen Körper benötigen Energie in Form von Zucker. Ist dieser nicht in ausreichendem Maße vorhanden, werden stattdessen in der Leber aus Fetten gebildeten Ketonkörper zur Energiegewinnung genutzt.

Ketonkörper sind also alternative Energieträger. Da die Verstoffwechselung von Zucker für unseren Körper einfacher ist, nutzt er vornehmlich diesen als Energiquelle. Ist im Rahmen von streng ketogenen Diäten oder Fastenzuständen kein Zucker vorhanden, greift er auf Alternativen wie beispielsweise die Ketonkörper zurück.

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Sind übermäßig viele Ketonkörper im Blut vorhanden (z.B. durch streng kohlenhydratarme Diät, einen Mangel an Insulin im Blut oder Insulin-Resistenz der Zellen), werden sie über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden.

Das vermehrte Auftreten von Ketonkörpern im Urin wird auch als Ketonurie bezeichnet.

Ketone besitzen grundsätzlich saure Eigenschaften. Eine Übersäuerungen durch zu viele Ketone baut der Körper über verschiedene Puffersysteme wie Urin, Atem und das Blut ab.

Vorallem beim Vorliegen eines Diabetes ist der Nachweis von Ketonkörpern im Urin sehr interessant. Eine Ketonurie ist hier ein wichtiger Hinweis auf eine Stoffwechsel-Entgleisung. Beim Diabetes fehlt Insulin, welches die Aufnahme von Glucose in die Zelle fördert. Dem Körper wird also eine Unterzuckerung vorgetäuscht, obwohl im Blut zu viel Glucose vorhanden ist. Sie kann aber nicht verstoffwechselt werden, da sie nicht in die Zellen gelangt. Der Körper bildet also Ketonkörper als alternative Energiequelle. Eine Überproduktion kann zu einer diabetischen Ketoazidose (Säurevergiftung) führen und diese wiederum zu einem lebensbedrohlichen Koma.

 

Weitere Diagnosemöglichkeiten:

  • Nachweis von Hungerzuständen
  • Kontrolle und Nachweis bestimmter Diätprogramme, bei denen die Kohlen-hydratzufuhr drastisch eingeschränkt ist (z. B. Low-Carb Diäten)
  • Nachweis von Hyperemesis gravidarum (häufiges Erbrechen während der Schwangerschaft)

Bei gesunden Menschen und ausgewogener Ernährung sind nur sehr niedrige Konzentrationen von Keton im Urin nachweisbar, in der Regel nicht mehr als 0,5 mmol/l.

 

Sehr hohe Konzentrationen von Keton im Urin finden sich bei folgenden Krankheiten, bzw. Situationen:

  • unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes mellitus
  • hohes Fieber
  • große Verletzungen, auch nach Operationen
  • fettreiche Ernährung, dadurch erhöhter Fettstoffwechsel

Ketonkörper können über Keton-Teststreifen relativ einfach im Urin festgestellt werden. Allerdings sollte man bei der Messung auch auf den Wasserhaushalt achten, da dieser einen großen Einfluss auf die Konzentration der Ketone im Urin haben kann.

Quellen

  • Roche Diagnostics Deutschland GmbH (2014): Kompendium der Urinanalyse. Urinteststreifen und Mikroskopie, 1-196
  • Machetanz, L. & Feichter, M. (2017): Ketone im Urin, URL: https://www.netdoktor.de/laborwerte/ketone-im-urin/, Abgerufen am 18.06.2019
  • Lahnsteiner, E. et al. (2004): Harnanalyse – praktisch zusammengefasst, 2. Auflage
  • Hübl, W. : Ketonkörper im Harn – Übersicht, URL: https://www.med4you.at/laborbefunde/lbef3/lbef_ketonkoerper_im_harn.htm, Abgerufen am 18.06.2019
  • Martens, Dr. (2018): Wenn Ketone in Urin oder Blut erhöht sind: Ursachen, Tests und Normwerte von Aceton, URL: https://www.jameda.de/gesundheit/magen-darm/ketone-im-urin/, Abgerufen am 18.06.2019
Stand der Informationen: 2022