Miktionsparameter

Alle Informationen zum Thema Miktionsparameter

Auf einen Blick

Als Miktion bezeichnet man den physiologischen Vorgang, der zur Entleerung der Harnblase führt.

Die Miktion ist ein komplexer Vorgang, der durch das Zusammenspiel verschiedener Muskeln gekennzeichnet ist. Gesteuert wird der Miktionsreflex über unser Gehirn.

Weitere Informationen

Füllt sich unsere Blase, registrieren Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand den allmählichen Druchanstieg und senden entsprechende Signale an das Gehirn. Über die Anspannung des willkürlichen, äußeren Blasenschließmuskels, kann die Entleerung der Blase vorerst unterdrückt werden. Seine Funktionsfähigkeit bildet die Grundlage für die Kontinenz, da er die Harnröhre verschließt. Erst wenn wir diesen äußeren Blasenschließmuskel willkürlich entspannen, kann die Miktion einsetzt. Dann spannt sich reflektorisch auch der Harnblasenmuskel, ein Muskel der Teil der Blasenwand ist und die Blase vollständig umgibt, an. Dadurch kann die Blase bis zum Ende und vollständig entleert werden. Durch zusätzliches Anspannen der Bauchmuskulatur kann der Druck im Bauchraum erhöht werden, auf die Blase drücken und dadurch die Miktion beschleunigen. Die Miktion ist normalerweise schmerzlos und kann willentlich gesteuert werden.

Die Kontrolle über den Blasenschließmuskel und damit über die Miktion entwickeln Kinder normalerweise zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr. Ältere Kinder und Erwachsene können diesen Vorgang meistens bewusst steuern und dadurch den Gang zur Toilette hinauszögern oder dem Harndrang nachgeben und die Blase entleeren. Ab einem gewissen Punkt der Blasenfüllung lässt sich das Urinieren jedoch nicht mehr steuern und funktioniert reflexartig. Wie intensiv der Blasendruck erlebt wird, ist individuell.

Die Anzahl der Miktionen wird auch als Miktionsfrequenz bezeichnet. Sie ist unter anderem von der individuellen Kapazität der Harnblase und von der aufgenommenen Flüssigkeitsmenge abhängig. Sie nimmt mit dem Alter zu.

Die Gründe für Miktionsveränderungen sind vielfältig. Sie können entzündlich, mechanisch, neurogen oder psychogen begründet sein.

Miktionsparameter können wie folgt unterschieden werden:

Quellen

  • Michel et al. (2016): Die Urologie, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2016
  • Wein, A. J. et al.(2016): Campbell-Walsh Urology, 11th Edition, Elseveier, New York
  • Antwerpes, F.: Miktion, URL: https://flexikon.doccheck.com/de/Miktion, Abgerufen am 18.06.2019
  • Nonnenmacher, Dr. (2019): Miktion, URL: https://medlexi.de/Miktion, Abgerufen am 18.06.2019
Stand der Informationen: 2022