Zeitpunkt

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Auf einen Blick

Für die meisten mikrobiologischen Untersuchungen ist die Gewinnung von Mittelstrahlurin erforderlich. Meistens im Morgenurin.

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Bezüglich Messzeitpunkt und Art unterscheidet man im Wesentlichen folgende Kategorien:

Spontanurin

Die Gewinnung erfolgt zu einem beliebigen Zeitpunkt und ohne spezielle Vorkehrungen. Es ist die einfachste Art der Gewinnung von Urinproben.

Wichtig ist hierbei, dass diese Art der Uringewinnung für mikrobiologische Untersuchungen und Analysen des Harnsediments nicht geeignet ist!

Mittelstrahlurin

Mittelstrahlurin sollte nach Möglichkeit aus dem ersten Morgenurin gewonnen werden, ansonsten sollte die letzte Blasenentleerung möglichst lange zurückliegen.

Blasenpunktionsurin

Der Blasenpunktionsurin wird durch sterile Punktion der gefüllten Harnblase gewonnen. Blasenpunktionsurin wird in Ausnahmefällen für die mikrobiologische Diagnostik benötigt, um eine Urinprobe zu gewinnen, die sicher nicht mit Keimen der Harnröhre oder des äußeren Genitale kontaminiert ist. Für diesen Zweck ist normalerweise durch einen sterilen Einmalkatheter gewonnener Urin (Katheterurin) ausreichend.

Sammelurin

Sammelurin wird über 24 Stunden gesammelt, beginnend mit dem zweiten Morgenurin. Danach wird für einen Tag sämtlicher Urin in einem Urin-Sammelbehälter gesammelt. Die Sammelprozedur endet mit der Aufnahme des ersten Morgenurins am Folgetag.

Sammelurin eignet sich besonders gut zur Bestimmung von Substanzen, welche im Blut unter der analytischen Messgrenze liegen (z.B. rasch metabolisierte oder renal eliminierte Substanzen).

Erster Morgenurin

Die Gewinnung erfolgt aus dem ersten gelassenen Urin am Morgen. Er ist typischer Weise höher konzentriert und vor allem für bakterielle Untersuchungen, Sediment-Untersuchungen, klinisch-chemische Analysen und die Proteindiagnostik geeignet.

Zweiter Morgenurin

Der zweite Morgenurin wird mindestens zwei Stunden nach dem ersten Morgenurin gewonnen. Er kann für viele quantitative Messgrößen wie z.B. Protein, Enzyme, Metabolite verwendet werden. Diese Werte müssen jedoch immer auf Kreatinin bezogen werden.

Sollte für spezielle Untersuchungen nicht der geeignete Urin verwendet worden sein, kann die Aussagekraft der Analyse komplett obsolet sein und im schlimmsten Fall zu einer falschen Diagnose führen.

Quellen

  • Roche Diagnostics Deutschland GmbH (2014): Kompendium der Urinanalyse. Urinteststreifen und Mikroskopie, 1-196
  • Kuo, V. S. et al. (1992): „Proteinuria and its assessment in normal and hypertensive pregnancy“, Am. J. Obstet. , Bd. 167, Nr. 3, S. 723–728
  • Meyer, N. L. et al. (1994) „Urinary dipstick protein: a poor predictor of absent or severe proteinuria“, Am. J. Obstet. , Bd. 170, Nr. 1 Pt 1, S. 137–141
  • Halligan, A. W. F. et al. (1994) „Dipstick proteinuria: caveat emptor“, BJOG Int. J. Obstet. , Bd. 106, Nr. 11, S. 1113–1115
  • Brown, M. A. & Buddie, M. L. (1995): „Inadequacy of Dipstick Proteinuria in Hypertensive Pregnancy“, N. Z. J. Obstet. Gynaecol., Bd. 35, Nr. 4, S. 366–369
  • Devillé, W. L. et al. (2004): „The urine dipstick test useful to rule out infections. A meta-analysis of the accuracy“, BMC Urol., Bd. 4, S. 4
  • Graff, L. et al.: „Chemical Analysis of Urine“, in Graff’s textbook of routine urinalysis and body fluids
Stand der Informationen: Herbst 2019