Virurie - Virusinfektionen im Urin (e.g. COVID-19)

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Auf einen Blick

Die Virurie beschreibt grundsätzlich das Vorhandensein von Viren im Urin.

Bei akuten Virusinfektionen ist das Virus meist im Blut, im Rachen, im Kot aber in einigen Fällen auch in der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit und auch im Urin vorhanden. Vor allem bei virusbedingten Infektionen (v.a. Adenoviren) im Urogenitalsystem sind Viren gut im Urin nachzuweisen.

Üblicher Weise werden Viren auf drei Arten im Urin detektiert:

  1. Nachweis von Einschlusskörpern in den Zellen des Harnsediments
  2. Spezifische Immunfluoreszenz der Zellen
  3. Isolierung des Virus in Gewebekulturen
Weitere Informationen

Virusinfektionen bei denen die Virurie größere Bedeutung hat sind:

  • Masernvirus
  • Humanen Cytomegalievirus
  • Humanen Adenoviren
  • Polyomavirus-assoziierte Nephropathie (PAN)
  • Enteroviren (Neugeborene: Hepatitis und Myokarditis)

Je nach Infektion kann die weitere Übertragung durch Urin mehr oder minder große Bedeutung haben. Wesentliche Art und Weisen sind:

  • Schmierinfektion
  • Einatmen des Urin-Aerosols beim Urinieren (Tröpfcheninfektion)
  • Eintrocknung und Verbreitung der Viren über die Luft

Bei tierischen Viren werden diese durch Kontakt mit dem Urin von Wirtstieren oder durch Einatmen des eingetrockneten Wirtsurins übertragen. Beispielsweise bei Hantaviren und Arenaviren.

Bezüglich der Corona-Viren (MERS-CoV, e.g. COVID-19, SARS) gibt es in der Tat Fallberichte, bei denen virale RNA des MERS-CoV im Respirationstrakt, im Blut, im Urin und im Stuhl gefunden wurde. Auch wenn sich das MERS-Corona-Virus in den unteren Atemwegen besonders stark verbreitet, konnten in diesen Proben geringe Virusmengen detektiert werden. In jüngeren Untersuchungen an COVID-19 Patienten wurde bei bestimmten Patientengruppen auch ein Einfluss auf die Nierenfunktion nachgewiesen, bis hin zu akuten Nierenschädigungen und Proteinurien. Aktuell wird der Zusammenhang in Studien genauer untersucht – vor allem auch welche Gruppen besonders gefährdet sind.

Bezüglich der Medipee Technology gibt es bisher noch keinen konkreten Test auf diese Viren. Das ist Teil von Entwicklungsarbeiten. Allerdings würde sich über die flächendeckende Messung der Urintemperatur die pandemische Ausbreitung fieberverursachender Viren monitoren lassen. Infektionsnester könnten so frühzeitig lokalisiert werden. Sollte sich der Zusammenhang von positiven Werten im Urin von Albumin, Erythrozyten, Leukozyten und COVID-19 bei bestimmten Patientengruppen bestätigen, wäre Urinmonitoring über das Medipee System ebenfalls ein probater Ansatz.

Siehe auch: Blut im Urin, Medikamente, Wußten Sie schon?

Quellen

  • Chon, W.J. et al. (2016): High-level viruria as a screening tool for BK virus nephropathy in renal transplant recipients. Kidney Res Clin Pract.;35(3):176–181
  • Hocke, A.C., Becher, A., Knepper, J. et al. Emerging human Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus causes widespread Infection and alveolar Damage in human Lungs. Am J Respir Crit Care Med 2013; 188: 882–886
  • Babel, N., Volk, H., Reinke, P. (2011): BK polyomavirus infection and nephropathy: the virus-immune system interplay. Nat Rev Nephrol. v;7:399–406
  • Virus in urine (1967: Br Med J. 1(5533):126
  • Wikipedia, URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Virurie, Abgerufen am 18.03.2020
  • The Lancet, DOI: 10.1016/S1473-3009(13)70154-3
  • Su, Hua et al. (2020): Renal histopathological analysis of 26 postmortem findings of patients with COVID-19 in China,  Kidney International
Stand der Informationen: März 2020