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Auf einen Blick

Sportler und Fitnessbegeisterte haben meist nicht nur einen erhöhten Kalorienbedarf, ihr Körper verlangt aufgrund der hohen Intensitäten auch nach  höheren Mengen Mineralstoffen, Vitaminen, Antioxidantien, pflanzlichen Enzymen und bioaktiven Substanzen.

Allerdings ist unsere weit verbreitete Ernährung aus Zucker, Fleisch (v.a. Schwein), Kaffee oder Bier tendenziell sehr säurelastig und damit auch Vitalstoffverzehrend.

Intensive Trainingseinheiten fördern dann noch die Entstehung von weiteren Säuren (bspw.  Milchsäure oder Kohlensäure). Leere Glykogenspeicher führen zu einer erhöhten Verbrennung von Fett sowie Eiweiß und dadurch wiederum zur Bildung von Essig-, Keton– und Harnsäure.

Es kommt häufig zum Punkt, an dem Sportler völlig übersäuert und übertrainiert sind. Die Folge sind Leistungseinbrüche und ein erhöhtes Verletzungsrisiko.

Weitere Informationen

Um eine Übersäuerung (Latente Azidose) zu erkennen, ist es wenig sinnvoll einmalig den pH-Wert zu testen, da dieser im Tagesverlauf natürlicherweise zwischen 5,0 und 7,5 schwanken kann. Der Wert ist auch wesentlich abhängig von den Mahlzeiten.

Um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, sollte mindestens drei bis sechs Tage lang regelmäßig gemessen werden. Über den Tag verteilt ungefähr sechs Messungen.  Bei Erstellung solcher Tagesprofile können die Werte in Messtabellen eingetragen werden, aus denen man anschließend relativ gut die pH-Kurve ableiten kann. Je mehr Datenpunkte vorhanden sind, desto aussagekräftiger natürlich die Skala. Bewegt man sich dauerhaft im Sauren-Bereich, ist eine Umstellung der Ernährungsweise oder ggf. eine genauere Überprüfung ratsam.

Besonders im Kraftsport wird auch gerne der Stoff Kreatin supplementiert.

Kreatin dient der Energiegewinnung und kann insbesondere bei kurzen und intensiven Trainingseinheiten die Maximalkraft der Muskeln fördern und die Leistung steigern. Kreatin ist darüber hinaus auch für die Funktion der Nerven und des Gehirns wichtig.

Der Muskel benötigt für seine Kontraktion Energie in Form von ATP (Adenosintriphosphat). Der Vorrat an ATP ist jedoch sehr begrenzt und reicht deshalb nur für eine kurze Dauer. So kann der Muskel mit seinem ATP-Vorrat durchschnittlich nur ein- bis dreimal kontrahieren. Damit die Muskelarbeit beispielsweise während einer körperlichen Aktivität aufrechterhalten werden kann, ist eine Resynthese von ATP erforderlich.

Hier kommt Kreatin in Form von Kreatinphosphat ins Spiel. Es ist die Energiequelle, die im Muskel nach Verbrauch des ATP-Speichers zuerst genutzt wird.  Etwa 90% des Kreatins finden sich in der Skelettmuskulatur.

Nicht selten wird Kreatin mit dem Kreatinin verwechselt. Kreatinin ist ein Abbauprodukt und die Ausscheidungsform von Kreatin.

Der Kreatininwert kann über Teststreifen im Urin gemessen werden.

Bei Kreatin gibt es im Sportbereich sogenannte Non-Responder. Also Menschen, die auf die Substanz nicht reagieren. Da einige Menschen selbst sehr viel Kreatin synthetisieren, verwerten sie das extern zugeführte Kreatin nicht. Rund 15 – 18% aller Sportler reagieren auf eine Kreatinsupplementation mit keinem positiven Effekt. Ob und wie sich dieser Sachverhalt durch Kreatininmessung im Urin nachweisen lässt, ist bisher noch nicht geklärt.

Quellen

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Stand der Informationen: Herbst 2019