Urinier-Häufigkeit

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Auf einen Blick

Bis zu acht Mal tägliches Wasserlassen gilt als völlig normal. Das durchschnittliche Blasenvolumen liegt bei Männern bei etwa 500ml, bei Frauen zwischen 350 und 400ml.

Es gibt viele Menschen die vornehmlich in der Nacht Urin lassen müssen – die sog. Nykturie. Für andere Menschen wiederum ist es Teil eines gesundheitlichen Problems, zum Beispiel des Harndrangs oder der gesteigerten Blasenaktivität.

Betroffene verspüren regelmäßig und plötzlich den starken Drang, Wasser zu lassen. Zum Harndrang kann in einigen Fällen eine Harninkontinenz kommen – also ein ungewollter Harnabgang.

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Die Symptome dafür sind unterschiedlich. Es kann sein, dass einfach nur die Häufigkeit der Toilettenbesuche zunimmt; oder die Häufigkeit nimmt zu, aber die Menge des pro Toilettenbesuchs abgegebenen Urins wird geringer.

Häufiges Wasserlassen kann auch die Folge einer übermäßig großen Harnproduktion des Körpers sein – eine sog. Polyurie.

 

Ursachen für häufiges Urinlassen sind:

  • Prostataprobleme – Bei Männern führt eine vergrößerte oder entzündete Prostata oft zu Harndrang und häufigem Urinlassen.
  • Diabetes – Wenn überschüssige Glucose aus dem Blut in den Urin abgegeben wird, entzieht das dem Körpergewebe Wasser. Es folgen Harndrang, Durstgefühl und Austrocknung.
  • Nebenwirkung eines Medikaments – Diuretika können die Häufigkeit des Wasserlassens erhöhen.
  • Harnwegsinfektionen –  Symptome können Schmerzen beim Wasserlassen, übelriechender Urin, Fieber und Schmerzen im Beckenbereich sein.
  • Altersbedingte Veränderungen – Die Schwächung der Muskulatur kann das Fassungsvermögen der Blase und die Fähigkeit zum Einhalten senken.
  • Probleme mit der Blase – Wenn Blasenprobleme auftreten, sollten insbesondere Raucher einen Arzt aufsuchen. Häufiges Urinieren oder Harndrang können ein frühes Symptom für Blasenkrebs sein.
  • Blasensteine oder eine Blasenentzündung können ebenso zu häufigem Wasserlassen führen. Allerdings verursachen sie häufig auch Schmerzen im Beckenbereich und beim Urinlassen.
  • Herzinsuffizienz – Ein schwaches Herz kann das Blut nicht ausreichend durch den Körper pumpen. Es bilden sich Wasseransammlungen in den Geweben – sog. Ödeme. Die überschüssige Flüssigkeit muss durch eine erhöhte Nierentätigkeit ausgeschieden werden. Das führt dazu, dass große Mengen an Urin produziert werden.
  • Nierenerkrankungen – Wenn die Nierentätigkeit herabgesetzt ist, kann das die Fähigkeit der Niere zur Konzentrierung des Urins senken. Die Menge an produziertem Urin steigt an.

Quellen

  • Azoulay, L. et al. (2012): The use of pioglitazone and the risk of bladder cancer in people with type 2 diabetes: nested case-control study. BMJ, 1411-1421
  • Fang, C. W. et al. (2018): Association of benign prostatic hyperplasia and subsequent risk of bladder cancer: an Asian population cohort study. World J Urol., 931-938
  • Nielsen, M. & Qaseem, A. (2016): Hematuria as a Marker of Occult Urinary Tract Cancer: Advice for High-Value Care From the American College of Physicians. Ann Intern Med.
  • gesundheitswissen.de (2016): Häufiges Harnlassen: Wie sie den Harndrang in den Griff bekommen, URL: https://www.gesundheitswissen.de/innere-medizin/blasenschwaeche/haeufiges-harnlassen-wie-sie-den-harndrang-in-den-griff-bekommen/, Abgerufen am 18.06.2019
  • netdoktor.at (2007): Häufiger Harndrang, URL: https://www.netdoktor.at/gesundheit/haeufiger-harndrang-6825143, Abgerufen am 18.06.2019
Stand der Informationen: Herbst 2019