pH-Wert

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Auf einen Blick

Der pH-Wert gibt an, ob eine wässrige Lösung sauer, neutral oder basisch ist.

Er wird auf einer Skala von 0 bis 14 angegeben. Ein pH-Wert von 7 wird als neutral bezeichnet.

Liegt der pH-Wert unter 7, ist die analysierte Flüssigkeit sauer. Oberhalb von 7 ist der pH-Wert alkalisch oder auch basisch.

Begrifflich leitet sich das Buchstabenkürzel „pH“ von dem lateinischen ‚potentia Hydrogenii‘ (potentia = Kraft; Hydrogenium = Wasserstoff) ab. Es ist ein Maß für den Gehalt von H+-Ionen (genauer: H3O-Ionen) in einer Lösung.

Der pH-Wert errechnet sich anhand der Menge der vorhandenen positiv geladenen Wasserstoff-Ionen in der Flüssigkeit.

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Der pH-Wert im Urin eines gesunden Menschen ist durchschnittlich leicht sauer (Normalbereich 4,8 bis 7,6). Durch Nahrungsaufnahme und verschiedene Stoffwechselprozesse schwankt der pH-Wert im Laufe des Tages.

Da der menschliche Urin um etwa pH 6.5 schwankt, wird im klinischen Sprachgebrauch manchmal ein Urin

  • bei einem pH-Wert unter 6.5 als eher sauer (azidotisch) und
  • bei einem pH-Wert  über 6.5 als eher alkalisch

bezeichnet, auch wenn dies chemisch nicht korrekt ist.

 

Kommt es bei einem Patienten zu einer Verminderung des pH-Werts, spricht man von einer Azidose, bei einer Erhöhung von einer Alkalose.

Es gibt im Körper aber durchaus Bereiche, wo ein permanent saures Klima herrscht, z. B. im Magen (pH 1 – 2) oder auf der Haut (pH 5,5).

 

pH-Werte im Körper

  • Magensaft: 1,2–3,0
  • Speichel: etwa 7,0
  • Lebergalle: etwa 7,1
  • Bauchspeichelsekret: etwa 8,0
  • Harn: 5,6–7,0

 

Der pH-Wert des Blutes liegt bei 7,4. Ein Mensch kann nur wenige Minuten überleben, wenn sein Blut-pH auf 7,0 absinkt oder auf 7,8 ansteigt. Unter normalen Bedingungen verhindern sog. Puffersysteme des Blutes solche pH-Schwankungen. Diese ermöglichen es, überschüssige Säuren mit basischen Stoffen oder auch überschüssige Basen mit einer Säure zu neutralisieren.

 

Aufteilung der Puffersysteme im Blut:

  • Phosphatpuffer: 5 %
  • Proteinpuffer: 7 %
  • Hämoglobinpuffer: 35 %
  • Hydrogencarbonatpuffer: 53 %

 

Zudem werden überschüssige Säuren über die Nieren als Bestandteile des Urins sowie die Atmung ausgeschieden. CO2 fällt generell als Stoffwechselendprodukt in allen Zellen an. Dieses Gas liegt im Blut physikalisch gelöst als Kohlensäure vor. Damit die Kohlensäure wieder aus dem Körper entfernt wird, atmen wir CO2 über die Lungen aus.

Aus dem pH-Wert im Urin lassen sich diverse Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand ziehen.

Liegt er z.B. über 8 und findet sich zudem Nitrit im Urin, kann die Ursache eine bakterielle Infektion der ableitenden Harnwege sein.

Der Stoffwechsel-Status sowie verschiedene Krankheiten und Medikamente beeinflussen ebenfalls den pH-Wert.

 

Mögliche Ursachen eines längerfristig stark sauren Urins sind:

  • Diabetische Azidose (Übersäuerung)
  • Fasten/Hungern
  • Medikamente und Toxine
  • Niereninsuffizienz
  • Renal-tubuläre Azidose (pH selten unter 6,0)

 

Diagnostische Aussagekraft:

Dauerhaft hohe oder niedrige Werte deuten möglicherweise auf einen gestörten Säure-Basen-Haushalt hin.

Dauerhaft alkalische (hohe) Werte treten bei einigen bakteriellen Harnwegs-infektionen auf.

Eine latente Azidose (Übersäuerung) des Körpers kann am besten durch eine Messung des pH-Wertes nachgewiesen werden. Zu beachten ist, dass eine einmalige Messung aufgrund der hohen Schwankungsbreite nicht aussagekräftig ist. Es sollte an mindestens 5 Tagen etwa 5 mal täglich (möglichst immer etwa zur gleichen Zeit) gemessen und protokolliert werden. Ist der pH-Wert dauerhaft zu niedrig, kann beispielsweise durch eine gesunde Ernährung gegengesteuert werden.

Quellen

  • Campbell, N. A. & Reece, J. B. (2009): Biologie. Auflage
  • Roche Diagnostics Deutschland GmbH (2014): Kompendium der Urinanalyse. Urinteststreifen und Mikroskopie, 1-196
  • Schröder, U. (02/2017), Übersäuerung – basische Ernährung– Entschlackung, Tritime
  • Westphalen von, G.: Säure-Basen-Haushalt, URL: https://flexikon.doccheck.com/de/Säure-Basen-Haushalt, Abgerufen am 18.06.2019
  • Lahnsteiner, E. et al. (2004): Harnanalyse – praktisch zusammengefasst, 2. Auflage
Stand der Informationen: Herbst 2019