Bilirubin

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Auf einen Blick

Bilirubin (lateinisch bilis „Galle“ und ruber „rot“) ist ein gelbes Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin. Rote Blutkörperchen haben nur eine begrenzte Lebensdauer, sodass ständig Bilirubin anfällt und abgebaut werden muss. Das Vorkommen von Bilirubin im Blut ist also normal, im Urin kommt es nur in sehr geringen Mengen vor. Es sorgt für die charakteristische Gelbfärbung des Urins.

Bilirubin entsteht in den Fresszellen (Makrophagen), die die alten rote Blutkörperchen beseitigen. Dies findet zum Großteil in der Milz statt, da hier die alten roten Blutkörperchen aussortiert werden. Aber auch an anderen Stellen im Körper können Makrophagen die Freisetzung von Bilirubin starten. Besonders nach Verletzungen, bei denen rote Blutkörperchen zerstört werden, passiert dies direkt an Ort und Stelle. Wir können den Prozess mit dem bloßen Auge nachverfolgen, indem wie die Farbveränderungen eines blauen Fleckes verfolgen.

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Das anfallende Bilirubin wird über die Leber verstoffwechselt und dann mit der Galle in den Darm transportiert.Ein kleiner Teil wird aus dem Darm wieder zurück ins Blut resorbiert, gelangt zur Niere und wird mit dem Urin ausgeschieden.

Die häufigsten Ursachen für höhere Bilirubin-Werte im Urin sind Schädigungen der Leber (z.B. schwere Leberzirrhose, Hepatitis) oder Blockierungen des Galleabflusses durch Gallensteine, Entzündungen oder Tumore. Auch bei einer schweren Hämolyse, einem vermehrten Zerfall roter Blutkörperchen durch Auflösung der Zellmembran, steigt der Bilirubinspiegel stark an.

Die Erkrankungen sorgen dafür, dass das anfallende Bilirubin im Falle einer Lebererkrankung nicht in der Leber verstoffwechselt werden kann oder im Falle einer Gallenwegserkrankung nicht in den Darm abtransportiert werden kann. Es staut sich also in der Leber, gelangt zurück ins Blut und wird dann alternativ über den Urin ausgeschieden.

Quellen

  • Roche Diagnostics Deutschland GmbH (2014): Kompendium der Urinanalyse. Urinteststreifen und Mikroskopie, 1-196
  • Lahnsteiner, E. et al. (2004): Harnanalyse – praktisch zusammengefasst, 2. Auflage
  • Hübl, W.: Bilirubin im Harn – Übersicht, URL: https://www.med4you.at/laborbefunde/lbef3/lbef_bilirubin_im_harn.htm, Abgerufen am 18.06.2019
  • Amboss: Urindiagnostik, URL: https://www.amboss.com/de/wissen/Urindiagnostik, Abgerufen am 18.06.2019
  • Sauerbaum et al. (2016): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. 8. Auflage. Springer
  • Grabe et al. (2015): Guidelines on Urologic Infections. European Association of Urology (EAU), Abgerufen am 18.06.2019
  • Schmiemann, G. et al. (2010): Diagnose des Harnwegsinfekts. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 107, Nummer 21, 361–7
  • Jocham, Miller (2007): Praxis der Urologie: Band 1. 3. Auflage. Thieme
  • Althof, Kindler (2005): Das Harnsediment. 7. Auflage. Thieme
  • Reiter, A. & Feichter, M. (2017): Bilirubin erhöht URL: https://www.netdoktor.de/laborwerte/bilirubin/erhoeht/, Abgerufen am 18.06.2019
  • Neumeister, B. et al. (2009): Klinikleitfaden Labordiagnostik, Elsevier/Urban & Fischer Verlag, 4. Auflage
Stand der Informationen: 2022
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Die häufigsten Ursachen für höhere Bilirubin-Werte im Urin sind Schädigungen der Leber (z.B. schwere Leberzirrhose, Hepatitis) oder Blockierungen des Galleabflusses durch Gallensteine, Entzündungen oder Tumore.

Auch bei einer schweren Hämolyse, einem vermehrten Zerfall roter Blutkörperchen durch Auflösung der Zellmembran steigt der Bilirubinspiegel stark an.

In der Leber nehmen die Zellen das Bilirubin (ohne Albumin-Teil) auf und koppeln es an die sog. Glukuronsäure. Diese chemische Veränderung nennt man Konjugation. Das dabei entstehende sogenannte konjugierte Bilirubin ist gut wasserlöslich. Dieses wird dann über die Galle in den Darm ausgeschieden.

Bei gesunden Menschen findet man praktisch kein konjugiertes Bilirubin im Blut und damit auch nicht im Urin.

Bei manchen Erkrankungen der Leber haben die Leberzellen Probleme, das konjugierte Bilirubin in die Galle auszuscheiden. Es häuft sich dann in den Leberzellen an und geht wieder ins Blut über. Steigt allerdings die Konzentration von konjugiertem Bilirubin im Blut, gelangt auch Bilirubin in den Urin. Denn das konjugierte Bilirubin geht problemlos durch die Nierenfilter in den Urin.  Überschreitet der Blutspiegel des konjugierten Bilirubins 2 mg/dl, wird Bilirubin über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden.

Leberentzündung (Hepatitis), schwere Leberzirrhose, Vergiftungen und Medikamentennebenwirkung sind mögliche Ursachen dafür, dass das konjugierte Bilirubin im Blut ansteigt.

Auch wenn der Abfluss der Galle in den Darm behindert ist und ein Rückstau entsteht, gelangt konjugiertes Bilirubin in das Blut.

Beispielsweise sind dies: Entzündliche Schwellungen der Gallengänge, Gallensteine, Tumore oder Entzündungen der Bauchspeicheldrüse.

Leberschädigungen verlaufen häufig beschwerdefrei, so dass sie oft eher ,zufällig bei einer Urinuntersuchung entdeckt werden.

Siehe auch:  Blut im Urin, Urobilinogen, Nierenleiden

Quellen

  • Roche Diagnostics Deutschland GmbH (2014): Kompendium der Urinanalyse. Urinteststreifen und Mikroskopie, 1-196
  • Lahnsteiner, E. et al. (2004): Harnanalyse – praktisch zusammengefasst, 2. Auflage
  • Hübl, W.: Bilirubin im Harn – Übersicht, URL: https://www.med4you.at/laborbefunde/lbef3/lbef_bilirubin_im_harn.htm, Abgerufen am 18.06.2019
  • Amboss: Urindiagnostik, URL: https://www.amboss.com/de/wissen/Urindiagnostik, Abgerufen am 18.06.2019
  • Sauerbaum et al. (2016): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. 8. Auflage. Springer
  • Grabe et al. (2015): Guidelines on Urologic Infections. European Association of Urology (EAU), Abgerufen am 18.06.2019
  • Schmiemann, G. et al. (2010): Diagnose des Harnwegsinfekts. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 107, Nummer 21, 361–7
  • Jocham, Miller (2007): Praxis der Urologie: Band 1. 3. Auflage. Thieme
  • Althof, Kindler (2005): Das Harnsediment. 7. Auflage. Thieme
  • Reiter, A. & Feichter, M. (2017): Bilirubin erhöht URL: https://www.netdoktor.de/laborwerte/bilirubin/erhoeht/, Abgerufen am 18.06.2019
  • Neumeister, B. et al. (2009): Klinikleitfaden Labordiagnostik, Elsevier/Urban & Fischer Verlag, 4. Auflage
Stand der Informationen: 2022