Urinanalyse

Alle Informationen zum Thema Urinanalyse

Auf einen Blick

Die Geschichte der Urinanalyse reicht bis in die Antike zurück.
Bereits bei den alten Ägyptern wurden visuelle Urinuntersuchungen durchgeführt.

400 vor Chr. erkannte Hippokrates, dass sich Geruch und Farbe des Urins bei verschiedenen Krankheiten ändern. Er ging davon aus, dass der Urin ein Filtrat der vier elementaren Körpersäfte Blut, Schleim, gelbe Galle und schwarze Galle ist.

Etwa 600 Jahre später stellte der römische Arzt und Gelehrte Galen (129-200 n.Chr.) die Theorie auf, dass der Urin lediglich das Filtrat des Blutes ist.

Diese Vorstellung beeinflusste das medizinische Denken bis in das 16. Jahr-hundert hinein.

Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts begannen Ärzte sich zunehmend für die zugrundeliegende Chemie zu interessieren und entwickelten wissenschaftliche Grundlagen für die Urinuntersuchung.

Heute ist die Untersuchung des Urins ein elementares Diagnose-Instrument in der Medizin.

Weitere Informationen

Urinproben können mittels verschiedener Tests untersucht werden. So können viele Krankheiten abgeklärt oder deren Verlauf überwacht werden.

Eine der einfachsten und am weitesten verbreiteten Untersuchungsmethoden ist die mittels Urintesttreifen.

Dabei taucht man einen Teststreifen ein paar Sekunden in den Urin. Je nachdem, in welcher Konzentration Substanzen vorhanden sind, verfärben sich die betreffenden Felder des Teststreifens in unterschiedlichen Farben.

Mit gängigen Urin-Schnelltests können folgende Substanzen überprüft werden:

Reicht ein einfacher Schnelltest nicht aus, oder führt der Schnelltest zu auffälligen Werten, wird in einem Labor ein vollständiger Urinstatus durchgeführt. Er besteht in der Regel aus drei Teilen:

  1. Beurteilung der Farbe, Klarheit und Konzentration des Urins
  2. Untersuchung der chemischen Zusammensetzung des Urins mit einem Teststreifen
  3. Untersuchung des Urins mit dem Mikroskop auf Bakterien, Zellen und Zellbestandteile

Ebenfalls als weiterführende Untersuchung kann bei Verdacht auf eine Infektion der Nieren, Blase oder Harnwege eine Urinkultur angelegt werden. Als Urinkultur wird die mikrobiologische Untersuchung von Urinproben durch Anzüchtung auf Nährböden bezeichnet. Für die Urinkultur wird steril aufgefangener Mittelstrahlurin oder Katheterurin auf Nährböden aufgebracht. Vorhandene Krankheitserreger vermehren sich auf den Nährböden und können anschließend mikroskopisch und chemisch weiter untersucht werden.

Quellen

  • Roche Diagnostics Deutschland GmbH (2014): Kompendium der Urinanalyse. Urinteststreifen und Mikroskopie, 1-196 (Ed.), Kompendium der Urinanalyse. Urinteststreifen und Mikroskopie, 1-196
  • Sauerbaum et al. (2016): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. 8. Auflage. Springer
  • Grabe et al. (2015): Guidelines on Urologic Infections. European Association of Urology (EAU), Abgerufen am 18.06.2019
  • Schmiemann et al. (2010): Diagnose des Harnwegsinfekts. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 107, Nummer 21, 361–7
  • Jocham, Miller (2007): Praxis der Urologie: Band 1. 3. Auflage. Thieme
  • Althof, Kindler (2005): Das Harnsediment. 7. Auflage. Thieme
  • Wanka, K.: Urinkultur, URL: https://flexikon.doccheck.com/de/Urinkultur, Abgerufen am 18.06.2019
  • Amboss: Urindiagnostik, URL: https://www.amboss.com/de/wissen/Urindiagnostik, Abgerufen am 18.06.2019
Stand der Informationen: Herbst 2019