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Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten bakteriellen Infektionen überhaupt, und wer sie einmal hatte, möchte sie kein zweites Mal. Uns bei Medipee beschäftigt deshalb eine naheliegende Frage: Lassen sich die ersten Anzeichen eines Infekts eigentlich schon im Urin ablesen, bevor Brennen, Drang und Schmerz beginnen? In diesem Beitrag möchten wir Ihnen unseren Denk- und Forschungsansatz dazu vorstellen. Ausdrücklich: Was wir hier beschreiben, ist ein Konzept, an dem wir arbeiten – kein heute verfügbares Produkt.

Worauf wir im Urin besonders schauen

Zwei Parameter sind bei Harnwegsinfektionen von besonderem Interesse: Leukozyten und Nitrit. Leukozyten sind Immunzellen, und ihr Auftreten im Urin deutet darauf hin, dass im Harntrakt ein infektiöses Geschehen vorliegt. Nitrit wird von bestimmten Bakterien aus Nitrat gebildet – allerdings längst nicht von allen. Wird ein Infekt durch einen nicht-nitritbildenden Keim ausgelöst, kann dieser Parameter trotz Infektion unauffällig bleiben. Leukozyten und Nitrit sind also wertvolle Hinweisgeber, aber für sich allein genommen nie das ganze Bild.

Unsere Idee: regelmäßige Urinanalyse plus Symptomerfassung

Unsere Überlegung ist einfach: Wenn man diese beiden Parameter über die Zeit hinweg regelmäßig beobachtet, könnten sich Verläufe und Veränderungen abzeichnen, die heute oft erst auffallen, wenn bereits deutliche Beschwerden bestehen. Da Veränderungen dieser Werte aber nicht zwangsläufig in einer manifesten Harnwegsinfektion münden, möchten wir die Urinanalyse mit einer kontinuierlichen Erfassung der Symptomatik über einen standardisierten Fragebogen verknüpfen. Die Zusammenschau dieser beiden Datenspuren soll Betroffenen helfen, sich anbahnende Infektionen früher einzuordnen.

Begleitend denken wir einen strukturierten Wissensbereich mit, in dem wir Informationen zu Prophylaxe- und Akutmaßnahmen vermitteln und das eigene Körpergefühl stärken wollen. Die dafür vorgesehene Begleit-App heißt bei uns intern Vivoli. Sie befindet sich in Entwicklung und ist ausdrücklich nicht als verkaufsfertiges Produkt zu verstehen.

Was wir nicht versprechen – und was uns wichtig ist

Uns ist an dieser Stelle eine klare Abgrenzung wichtig: Unser Konzept zielt nicht auf die sichere Prognose oder gar Vorhersage einer Harnwegsinfektion ab. Das wäre medizinisch weder seriös noch realistisch. Was wir erreichen möchten, ist ein besseres, feineres Management des eigenen Harnwegs-Status – also eine Entscheidungsgrundlage, keine Diagnose. Durch den Coaching-Anteil erhoffen wir uns, die Anzahl der Harnwegsinfektionen bei Betroffenen zu reduzieren. Und wenn sich Veränderungen in Parametern oder Symptomen frühzeitig zeigen, lässt sich rechtzeitig handeln – idealerweise, bevor Beschwerden die Lebensqualität belasten.

Unser langfristiges Ziel: den Leidensdruck von Menschen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen verringern und perspektivisch dazu beitragen, den Antibiotikaeinsatz bei dieser Indikation zu minimieren. Das ist eine Vision, an der wir arbeiten – und über deren Fortschritte wir hier auf dem Blog weiter berichten werden.